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Deutschlands Wetterrückblick: Sommer 2026

Andre Hergemöller
Image: Viehtrieb am Wallenbrock bei Westerkappeln (NW) 12.7.2026 . Source: Andre Hergemöller
Image: Viehtrieb am Wallenbrock bei Westerkappeln (NW) 12.7.2026 . Source: Andre Hergemöller

Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außerordentlich viel Sonnenschein prägten den Sommer 2026 in Deutschland, der als einer der wärmsten seit Beginn flächendeckender Aufzeichnungen in die Bilanz eingeht.

Noch bis 1983 nie an einer offiziellen deutschen Klimastation beobachtet und sich in den letzten 23 Jahren immer mehr häufend, dürfte der Sommer 2026 als jener in die zukünftige Klimageschichte eingehen, in dem Temperaturwerte von über 40 Grad in Deutschland endgültig Fuß gefasst haben.

Juni - trocken, sehr sonnig und neue deutsche Allzeit-Hitzerekorde

Nach einem sehr warmen Start in den Juni folgte ein Temperaturdämpfer, bevor sich im weiteren Verlauf hochsommerliche Bedingungen durchsetzten. Gegen Monatsende stellte sich über Mitteleuropa eine sogenannte Omega-Wetterlage ein. Zwischen einem dominanten Hoch und zwei flankierenden Tiefs entsteht in der Höhenströmung ein Muster, das an den griechischen Buchstaben „Omega“ erinnert. Diese Lage begünstigte Richtung Ende Juni eine historische Hitzewelle mit gleich mehrfach neuen Allzeit-Temperaturrekorden für Deutschland.

Bis 1983 hierzulande überhaupt noch nie beobachtet, wurde die 40-Grad-Marke an den drei Tagen vom 26. bis 28. Juni an insgesamt 168 offiziellen deutschen Wetterstationen zum Teil wiederholt überschritten oder zumindest erreicht.

Als absoluter Spitzenwert im DTN-Messnetz wurden am 28. Juni im brandenburgischen Altdöbern 42,6 Grad, an der DWD-Station Drewitz in Sachsen-Anhalt tags zuvor bereits 41,8 Grad erreicht – und mit letzterem Wert der offizielle deutsche Landesrekord von 41,2 Grad aus dem Juli 2019 gleich deutlich überboten.

Über alle sehr kontrastreichen Witterungsabschnitte hinweg, erreichte der Juni eine Monatsmitteltemperatur von 19,5 Grad und eine Abweichung gegenüber 1991-2020 von satten 3,1 Grad. Hinter 2019 war es damit der zweitwärmste je in Deutschland dokumentierte Juni. Niederschlagsmäßig blieb der erste Sommermonat des Jahres mit einer bundesweit gemittelten Gesamtsumme von rund 66 Litern pro Quadratmeter etwa 13 Prozent unter seinem Erwartungswert (1991-2020).

Während am Alpenrand und im äußersten Nordwesten 120 bis 180 Liter fielen, waren es am Mittel- und Oberrhein, in Unterfranken und im Großraum Berlin nur 15 bis 30 Liter pro Quadratmeter. Nachdem bis zur Monatsmitte lediglich knapp 90 Sonnenstunden zu Buche standen, polierte unser Heimatstern seine Bilanz in der zweiten, hochdruckgeprägten Hälfte deutlich auf und fuhr mit schlussendlich 248 sonnigen Stunden eine positive Abweichung von 15 Prozent ein.

Juli - ungewöhnlich warm, extrem trocken und sehr sonnig

Sowohl bei der Temperatur als auch bei Niederschlag und Sonnenscheindauer gab es im Juli ein deutlich ausgeprägtes Südwest-Nordost-Gefälle über dem Bundesgebiet. Der Südwesten und Westen präsentierte sich unter immer wieder wiederholtem Hochdruckeinfluss deutlich wärmer als im langjährigen Schnitt, gebietsweise extrem trocken und überdurchschnittlich sonnig.

Zwar war es im Nordosten des Landes ebenfalls wärmer, regional trockener und etwas sonniger als im Klimamittel, Maximalwerte wurden dort in der Fläche jedoch nicht erreicht.

Nachdem der Juni mit historischer Hitzewelle endete, startete sein Nachfolger mit etwas gemäßigteren Temperaturen. Im weiteren Monatsverlauf folgte ein leichtes „Auf und Ab“, allerdings auf insgesamt hohem Niveau, so dass der Juli schlussendlich mit 19,7 Grad im Landesmittel ein Plus von 1,4 Grad gegenüber der Referenz 1991-2020 einfuhr.

Das Temperaturgefälle zwischen dem Südwesten und Nordosten unseres Landes war mit drei bis vier Grad dabei sehr ausgeprägt.

Auch zum Ende des zweiten Sommermonats kam es, wie zuvor schon Ende Mai und Ende Juni, erneut zu einer zwar etwas kürzeren aber einmal mehr extremen Hitzewelle – mit weiterer Überschreitung der 40-Grad-Schwelle am 30.Juli an insgesamt 16 offiziellen Stationen. Spitzenreiter dieses Mal: Die DTN-Station in Weil am Rhein mit 41,1 Grad.

Mit rund 40 Litern pro Quadratmeter fiel im ersten Hochsommermonat des Jahres nicht einmal die Hälfte des vieljährigen Niederschlagssolls (1991-2020: 87 Liter). Es war somit der fünfte zu trockene Monat in Folge. Historische Ausmaße nahm die zunehmende Dürre im Westen, Teilen des Südwestens und der westlichen Mitte an, wo gebietsweise nicht einmal 10 Liter in den Messtöpfen landeten. Die Sonnenbilanz war deutlich überdurchschnittlich. Mit ungewöhnlichen insgesamt 272 Sonnenstunden zeigt sich unser „Lebensspender“ etwa ein Fünftel länger als im vieljährigen Mittel (1991-2020: 226 Stunden).

2021 verwüstete das Ahr-Hochwasser die Region, diesen Sommer versickerte die Ahr zeitweise an der Rheinmündung (RP) 27.8.2026. Foto: Andre Hergemöller.

Foto: 2021 verwüstete das Ahr-Hochwasser die Region, diesen Sommer versickerte die Ahr zeitweise an der Rheinmündung (RP) 27.8.2026. Foto: Andre Hergemöller.

August - sehr warm, trocken und sonnig

Nach einer sonnigen, verbreitet heißen und in vielen Regionen trockenen ersten Augusthälfte stellte sich die Witterung um und brachte häufiger Regenfälle und Gewitter nach Deutschland. Am 19. August traten in Brandenburg sowie von Rheinland-Pfalz über Hessen bis Thüringen schwere Gewitter mit mehreren Tornados auf. Das Temperaturmittel erreichte in Deutschland im August 2026 einen Wert von 19,9 Grad und lag damit deutliche 1,9 Grad über der Klimavergleichsperiode 1991-2020.

In der ersten Monatshälfte herrschte vor allem im Süden und Südwesten weiter anhaltende Hitze. Verbreitet wurden dort nochmals mehr als zehn heiße Tage mit mindestens 30 Grad gezählt. Erst in der zweiten Monatshälfte ließ die markante Wärme nach und die Temperaturkurven näherten sich zeitweise dem jahreszeitlich typischen Niveau, mit ersten bereits frühherbstlich anmutenden Nächten.

Die im bundesweiten Schnitt gemessenen 62 Liter pro Quadratmeter entsprachen gut 79 Prozent des vieljährigen Vergleichswertes (1991-2020). Dabei konzentrierte sich der Niederschlag vor allem auf die zweite Monatshälfte und linderte zumindest in einigen Regionen ein wenig die enorme Trockenheit dieses ausgesprochenen Dürresommers.

Während am Alpenrand teils rund 180 Liter zusammenkamen, blieb es in Teilen Nordostdeutschlands mit Gesamtmengen unter 20 Litern deutlich trockener. Am 28. August zog ein kräftiger Gewitterkomplex über das südliche Baden-Württemberg. Vom Hochrhein über die Bodenseeregion bis nach Oberschwaben verursachten bis zu fünf Zentimeter große Hagelkörner und orkanartige Böen erhebliche Schäden. Und er war ungewöhnlich sonnig, der August 2026. Mit rund 252 Sonnenstunden übertraf er sein „Soll“ um gut 19 Prozent.

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